Gibt es für Geldanlagen offizielle Prüfsiegel denen man vertrauen kann?

Gute Geldanlagen sind auch in der Niedrigzinsphase dazu geeignet, einen Wertzuwachs zu erzielen. Hauptproblem dabei: Der Anleger sollte die meist absolut sichere Welt der festverzinslichen Wertpapiere verlassen und sich auf die Reise zu den Chancen der Wertpapiermärkte begeben.

Dort gibt es eine durchschnittlich höhere Rendite, allerdings bei manchen Geldanlagen (wie beispielsweise bei der VW-Aktie) auch unerwarteterweise ein schlechtes Anlageergebnis erzielt werden. Dagegen helfen das Prinzip der Risikostreuung (Verteilen der Geldanlage auf mehrere Anlageformen bzw. Werte) und das Achten auf die Qualität.

Leider gibt es nicht das eine branchenweit einheitliche und vielleicht auch noch staatlich garantierte Siegel wie in anderen Branchen! In der Automobilwelt gibt es neben der staatlichen allgemeinen Typgenehmigung auch noch die Ergebnisse diverser Unfalltests. Bei en Geldanlagen können Sie sich aber trotzdem an einigen interessanten Bewertungen orientieren, die wertvolle Hinweise geben. Diese sind zwar keine staatlichen Siegel, haben sich aber jahrzehntelang bewährt:

Bewertungen von Rating-Agenturen bzw. Ausblicken

Bei Aktienfonds oder auch bei einzelnen Aktien finden Sie oftmals einen Hinweis auf ein Rating beispielsweise von Morningstar, Standard & Poors, Fitch oder weiteren Agenturen. Diese Agenturen haben eine Wegweiser-Funktion bei der Geldanlage und geben schon einen ziemlich genauen Hinweis auf die möglichen Zukunftschancen einer Geldanlage. Bei Fonds wird auch die Anlagestrategie bzw. bisherige Wertentwicklung herangezogen.

Bei Unternehmen bzw. Aktien sind es Analysen der Bilanzstruktur, der Geschäftstätigkeit und der Qualität des Managements. Setzen viele Agenturen oder auch die Analysten der großen Banken eine Aktie auf die Verkaufsliste, so wird sich diese schlechter entwickeln als der Markt. Werden dagegen die Chancen einer Aktie als sehr gut eingeschätzt, so finden sich in den Analysten-Bewertungen Kaufempfehlungen oder Kommentare zum „Übergewichten“ der Aktie. Der Anleger könnte dort einen Schwerpunkt der Geldanlage haben.

Das Wertpapierhandelsgesetz definiert Anlage- und Risikoklassen

Schon seit etwa zehn Jahren und aufgrund nicht positiver Erfahrungen frühere Zeiträume hat der Gesetzgeber den Anlegerinnen und Anlegern erheblich den Rücken gestärkt. Vor der Geldanlage muss die Bank nach der Erfahrung bzw. der Risikoneigung des Anlegers fragen.

Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte deshalb beispielsweise keine hoch volatilen Wertpapiere wie Optionen und Futures der Risikoklasse 5 kaufen. Die Bezeichnungen sind leicht unterschiedlich, allerdings muss jeder Prospekt einer bank inzwischen über die Risikoklasse und die Einordnung der Geldanlage informieren.

Das einzige staatliche Siegel ist unglücklich gewählt

Die private Altersvorsorge durch Riester-Produkte ist teilweise zu Recht umstritten. Kritiker rügen die damalige Bundesregierung dafür, dass kein echtes und wirksames Qualitätssiegel geschaffen worden ist. Auch Produkte mit hohen Gebühren bekämen demnach eine Riester-Zertifizierung. Diese beinhaltet allerdings lediglich eine bestimmte Garantie für einen Mindestsaldo, der bei Renteneintritt angespart ist. Und federt damit Finanzmarktschwankungen ab. Die Regierung verpasste aber damals die Gelegenheit ein echtes, wertendes Siegel zu schaffen. Stattdessen unterscheidet dieses Siegel lediglich zwischen förderungswürdig (Riester-Zertifiziert) oder nicht förderberechtigt.

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