Sind Gewinne durch den Brexit möglich?

finanzenDie erste Chance zu Profit machen mit dem Brexit haben Sie wie die meisten Menschen wahrscheinlich verpasst: Bei den Buchmachern in England konnten alle diejenigen, die rechtzeitig auf den Brexit setzten für ein Pfund Einsatz drei Pfund Rückzahlung erhalten (Quelle: Online-Angebot des Handelsblatts, http://www.handelsblatt.com/politik/international/brexit-referendum/brexit-news/von-zockern-und-spekulanten-wetten-auf-den-brexit/13767038.html).

Allerdings ging es dabei meist um eher kleinere Beträge als eine Geldanlage, die die eigene finanzielle Lage nachhaltig hätte verbessern können. Doch gibt es inzwischen weitere Chancen für Geld und Geldanlage in England.

Überverkaufte Märkte oder Überbewertung der Brexit-Nachteile?

Wenn Sie die Chancen für die britische Wirtschaft betrachten und nutzen wollen, dann sollten Sie von der allgemeinen Nachrichtenlage und Stimmung nicht auf die tatsächjlichen Gewinnchancen schließen lassen. Sicherlich gibt es einige Branchen, die vom Brexit (der für 2019 erwartet wird) hart getroffen werden: Immobilienunternehmen, Hoteliers und Luxusgeschäfte gelten als die Verlierer. Weil viele Vorteile des Binnenmarktes für die Reisenden entfallen könnten und England auch mit vielen Ländern neue Visa-Abkommen schließen müsste.

Allerdings kann es auch durchaus zu einer Beschleunigung der inländischen Wirtschaftstätigkeit kommen: Die Brexit-Kampagne rechnete den Menschen ja ziemlich exakt vor, wie hoch denn der Netto-Beitrag des Vereinigten Königreiches zur EU jede Woche wäre. Die Beträge wurden in der Art und Weise visualisiert, dass es jede Woche wohl der Wert eines ganzen Krankenhauses an die EU fließen würde. Konkret wurde von 350 Millionen Pfund gesprochen (http://www.voteleavetakecontrol.org/why_vote_leave.html).

Gewinne sind in den Bereichen theoretisch möglich, die einen geringen Exportanteil haben und von der Beschleunigung des inländischen Wirtschaftskreislaufes Vorteile erwarten können. Denken Sie an Konsumgüter und Güter des täglichen Bedarfs, die überwiegend im Inland nachgefragt werden. Supermärkte und der Einzelhandel werden lediglich partiell leiden, wenn sie den Schwerpunkt der Aktivitäten im Großraum London haben. Dort könnte es zur Verlagerung einiger Großbanken nach Frankfurt oder Paris kommen.

Kurzfristige Trading-Gewinne und langfristige Wertzuwachs-Strategien könnten erfolgreich sein

In den letzten Monaten ist der Wert des Pfundes stetig gefallen, in manchen Medien war sogar schon von einem neuen „31 Jahres-Tief“ die Rede. Irgendwann könnte in der Verkaufseuphorie bzw. dem überbordenden Pessimismus ein Wert erreicht sein, der einlädt die eigene finanzielle Lage zu verbessern: Fällt das Pfund zu weit, so wird es entsprechend der Kaufkraftparitäten-Theorie irgendwann wieder auf einen fairen Wert aufholen.

Eine weitere Möglichkeit liegt in Aktien von Unternehmen, die weltweit tätig sind und mehr oder weniger aus historischen Gründen einen Teil oder alle Wurzeln in England haben: Denken Sie an Unilever (ISIN: GB00B10RZP78) oder das Pharmauntrenehmen Glaxo (ISIN: GB0009252882). Deren Produktportfolio Wachstumschancen scheinen nur wenig verändert. Unter Umständen könnte die hohe Dividendenrendite beispielsweise des Pharmawertes dazu führen, dass Geld und Geldanlage in England schon bald ein Investment in beinahe unverzinste deutsche Staatsanleihen outperformen könnten.

Zusammenfassend könnte gesagt werden, dass es leider keinen Königsweg gibt, um Profit machen mit dem Brexit zu ermöglichen. Beim genauen Hinsehen könnten sich aber durch die Verwerfungen einzelne Investmentchancen ergeben, die durch Überreaktionen oder die ständige Berichterstattung ermöglicht werden.

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