Vorsorgesparen: Warum, wie viel, wie?

Vorsorgesparen ist ein Stoßdämpfer für schlechte Zeiten.

  • Wozu dient das Vorsorgesparen?
  • Wie viel Geld sollte man sparen, um für unvorhersehbare Ausgaben gewappnet zu sein?
  • Wie viel muss man monatlich beiseite legen, um diese Summe zu erreichen?
  • Wo soll das Geld angelegt werden?

Die Antworten auf all Ihre Fragen finden Sie in diesem Artikel!

Unvorhersehbaren Ereignissen begegnen

Vorsorgeersparnisse sind ein Geldbetrag, der auf die Seite gelegt wird, um für unvorhersehbare Ausgaben gewappnet zu sein. Im Volksmund spricht man auch vom Notgroschen.

Diese Summe kann dazu dienen, den Heizkessel zu ersetzen, der mitten im Winter kaputt geht, die laufenden Kosten zu bezahlen, bis man nach Jobverlust wieder eine Arbeit gefunden hat, einen Wasserschaden zu reparieren, den die Versicherung erst mit Verzögerung bezahlt…

Sobald die Ersparnisse verbraucht sind, müssen sie vor jeder anderen Art von Sparen wieder aufgefüllt werden.

Vorsorgliches Sparen bringt viele weitere Vorteile mit sich:

  • Während der gesamten Aufbauphase trainiert das regelmäßige Zurücklegen den „Muskel“ des Sparens.
  • Die Ersparnisse bringen Ruhe in den Alltag.
  • Sie vermeiden die Nutzung des Überziehungskredits oder die Inanspruchnahme eines Verbraucherkredits.
  • Sie bewahren davor, Anlagen zu veräußern, um ein Defizit auszugleichen.
  • Sie ermöglichen es, an anderer Stelle im Leben Risiken einzugehen (berufliches Risiko, Gründung eines Unternehmens, riskantere Anlagen…).

Kurz gesagt: Vorsorgesparen ist für die finanzielle Gesundheit des Haushalts unerlässlich!

Kredit oder Überziehung: schlechte Alternativen

Kann man sich nicht auch auf Überziehungskredite und Kredite verlassen, um unvorhergesehenen Geldbedarf zu decken?

Die Antwort ist klar: NEIN! Glauben Sie nicht der Werbung für Kreditinstitute: Verlassen Sie sich in Notfällen zuerst auf Ihre Ersparnisse!

Zunächst einmal sind solche Finanzierungen eine teure Schuld, die schnell zurückgezahlt werden muss. Der Begriff „Geldreserve“ ist absichtlich irreführend.

Zweitens sind diese Finanzierungen nicht garantiert, sondern unterliegen dem guten Willen der Bank. Ein Vorsorgesparguthaben muss aber jederzeit ohne besondere Schritte oder Verhandlungen zugänglich sein.

Ein Feuerlöscher wird in der Nähe des Kamins gelagert und nicht in der Scheune des Nachbarn. Aus demselben Grund sollte Geld für Notfälle jederzeit verfügbar sein und nicht bei einem Kreditinstitut angefordert werden!

Versicherungen: nicht für alles und jedes!

Was ist dann mit der Versicherung? Kann sie nicht für unvorhersehbare Ausgaben aufkommen?

Ja und nein. Die Versicherer tendieren dazu, von ihrem ursprünglichen Geschäft (Versicherung von Großrisiken: Wohngebäude, Schäden an Dritten…) abzuweichen und Verträge über immer leichtere Risiken anzubieten, die sehr gut durch Vorsorgesparen abgedeckt werden könnten.

Einige Policen bieten Ihnen beispielsweise gegen einen monatlichen Beitrag an, im Falle eines Arbeitsplatzverlustes Ihre fälligen Rechnungen zu bezahlen.

Diese Lösungen sind oft eine schlechte finanzielle Wahl. Sich richtig zu versichern bedeutet auch, bei den abgedeckten Risiken wählerisch zu sein, um die Kosten zu minimieren und die Ersparnisse zu erhöhen.

Wie hoch sollte das Vorsorgesparen sein?

Der richtige Betrag hat eine objektive Komponente (er muss unvorhersehbare Ausgaben decken können), aber auch eine psychologische (er muss Ihnen Ruhe verschaffen).

Websites zu persönlichen Finanzen empfehlen normalerweise 3 bis 6 Monatsgehälter netto, was in den meisten Fällen etwa 5.000 bis 15.000 Euro entspricht.

Was ist unsere Meinung? Anstelle eines dogmatischen Betrags schlagen wir vor, dass Sie einen Schritt zurücktreten und sich darauf konzentrieren, wie Sie das Geld verwenden.

Welchen Betrag sollte man als Notgroschen zur Seite haben?

Im Coaching sprechen wir von der Precaution Ratio: Sie bezeichnet die Anzahl der Monate, die Ihre Ersparnisse Ihr Leben ohne zusätzliches Einkommen und mit einem eingeschränkten Lebensstil finanzieren können.

Als ersten Ansatz können Sie eine Wert zwischen 3 und 6 anstreben: Ihr Vorsorgesparen sollte in der Lage sein, Ihren minimalen Lebensstil (ohne Pomp und Prunk) für 3 bis 6 Monate zu decken.

Streichen Sie alles, was in Ihrem durchschnittlichen Budget nicht unbedingt notwendig ist, und multiplizieren Sie den monatlichen Betrag mit 3 bis 6: So erhalten Sie eine erste vernünftige Spanne für das Vorsorgesparen.

Beispiel für eine Berechnung

Ein Haushalt, der 3000 Euro pro Monat ausgibt, aber seinen Lebensstandard auf 2500 Euro pro Monat reduzieren kann, indem er „den Gürtel enger schnallt“, sollte einen Betrag für Vorsorgesparen anstreben, der zwischen :

3 Monatsausgaben: 3 x 2.500 = 7.500 Euro an vorsorglichen Ersparnissen

6 Monatsausgaben: 6 x 2 500 = 15 000 Euro Vorsorgesparen

liegt.

Der potenzielle Schadensfall

Wo soll man die Wahl zwischen 3 und 6 Monaten setzen? Hier müssen Sie den potenziellen Schadensfall berücksichtigen.

Im Coaching sprechen wir vom potenziellen Schadensverlauf und meinen damit die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von unvorhersehbaren Ausgaben, die in Ihrem Haushalt auftreten können. Ein Ehepaar mit drei Kindern, zwei Fahrzeugen, Haustieren und einem Zweitwohnsitz wird ein weitaus höheres Schadenspotenzial haben als ein junger Mieter, der am Anfang seines Berufslebens steht und nur ein Fahrrad und einen Computer besitzt.

Diese Schadensfälle stellen die „großen Risiken“ dar, für die Sie keine speziellen Rücklagen haben: Autoreparaturen, Arbeiten an der Wohnung, große Ausgaben für die Gesundheit, alles für Sie selbst oder um einen Angehörigen zu unterstützen usw.

Je höher Ihre potenzielle Schadensquote ist, desto mehr sollten Sie eine hohe Vorsorgequote anstreben.

Was ist mit Ersatzeinkommen?

Was ist mit dem Einkommen in all dem? Die vorangegangene Berechnung geht davon aus, dass Sie während des Zeitraums absolut kein Einkommen beziehen. In der Praxis werden Sie, selbst wenn Sie Ihre Haupteinkommensquelle verlieren, wahrscheinlich Ersatzeinkommen haben (Arbeitslosengeld, Krankengeld).

Diese Einkünfte, auch aus einem Zusatz-Einkommen, auch wenn sie die vorherigen Einkünfte nicht zu 100% ersetzen, bilden einen Puffer, der Ihre Vorsorgeersparnisse länger andauern lässt.

Sie können also eine niedrigere Vorsorgequote verwenden, wenn Sie eine stabile Einkommensquelle haben oder im Falle eines Arbeitsplatzverlustes angemessen entschädigt werden (Beamter, unbefristet Beschäftigter mit geringem Risiko…), und eine höhere, wenn Sie Zeitarbeiter, Leiharbeiter oder Unternehmer sind.

Vorsorgliches Sparen ist keine exakte Wissenschaft

Sie sehen also: Den idealen Betrag zu finden, ist keine exakte Wissenschaft! Er hängt von vielen Parametern ab.

Wichtig ist bereits, dass Sie überhaupt über ein solches Sparguthaben verfügen.

Wo sollen die Vorsorgeersparnisse angelegt werden?

Diese Ersparnisse müssen verfügbar und risikofrei bleiben. Die ideale Anlageform sind trotz ihrer geringen Rendite die normalen Sparbücher. Ihre Verzinsung ist gering (im besten Fall entspricht der Zinssatz in etwa der Inflation), aber die Liquidität (Verfügbarkeit) ist sofort gegeben. Achten Sie darauf, sie bei Ihrer Hausbank zu eröffnen, damit Sie bei Bedarf sofort darauf zugreifen können.

Das ist ihr Vorteil gegenüber z. B. einer Lebensversicherung, die im besten Fall einige Tage bis zur Auszahlung benötigt. Liquidität ist wichtiger als Verzinsung: Wenn Sie einmal in Not sind, können Ihnen ein paar Tage Verzögerung viel Ärger bereiten.

Für maximale Sicherheit können Sie auch einige hundert Euro zu Hause aufbewahren, falls das Bankkonto nicht erreichbar ist. Risikomanagement bedeutet auch, alle Eventualitäten abzudecken!

Wie geht es weiter?

Die Bildung von Vorsorgeersparnissen kann einige Zeit in Anspruch nehmen, vor allem, wenn man bei Null anfängt.

10.000 Euro beiseite zu legen dauert :

  • beim Sparen von 100 Euro pro Monat: 100 Monate, d. h. etwa 8 Jahre.
  • beim Sparen von 200 Euro pro Monat: 50 Monate, d. h. ca. 4 Jahre
  • beim Sparen von 500 Euro pro Monat: 20 Monate, d. h. 1 Jahr und 8 Monate.

Das kann lange dauern, aber die regelmäßige Einzahlung eines Teils Ihres Gehalts in die Notfallreserve ist das Beste, was Sie mit Ihrem Geld machen können!

Zweitens sollten Sie, sobald Sie Ihre Vorsorgeersparnisse aufgebaut haben, nicht mit dem Sparen aufhören. Im Gegenteil, das ist erst der Anfang!

Der Grundstein ist gelegt, die Sparreflexe sind vorhanden: Jetzt ist es an der Zeit, Ersparnisse für Rücklagen und Projekte zu bilden. Dann kommen die langfristigen Investitionen: Streben Sie mehr Rendite an, z. B. in einer Lebensversicherung, um ein Vermögen aufzubauen, anstatt nur den Alltag zu bewältigen.

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